Mittwoch, 9. August 2017

Virserums Vävstugas Blog

Seit 2013 bin ich Mitglied in Virserums Vävstuga. Ich habe dadurch die Gelegenheit, auch im Schwedensommer an großen Webstühlen weben zu können, denn in meine private Webstube in Virserum passen nur kleinere Webstühle. Viel wichtiger aber war und ist für mich der Kontakt zu über 20 Weberinnen aus dem näheren Umkreis und die damit verbundene Möglichkeit, tiefer in die schwedische Sprache und die schwedische Gesellschaft eintauchen zu können.

Im Mai habe ich über den Umzug der Vävstuga berichtet. Damit verbunden waren auch einige Änderungen in unserer Organisation. Wir haben einen Verein gebildet und unseren Sponsor gewechselt, finanzielle Unterstützung erfahren wir jetzt vom  ABF, dem Arbetarnas Bildningsgsförbund.

Und wir haben begonnen ein Blog zu schreiben,  http://virserumsvavstuga.blogspot.se/




Hier wollen wir versuchen, einmal im Monat über unsere Aktivitäten zu berichten und haben gerade unseren zweiten Post veröffentlicht. In der Hoffnung, dass meine Leserinnen und Leser sich auch für eine schwedische Vävstuga interessieren, habe ich rechts oben hier in meinem Blog einen Dauerlink gesetzt.
Natürlich haben wir für alle, die nicht schwedisch sprechen, in das neue Blog auch den Google Translator eingebunden, es wird also sicher viel zu lachen geben :-) 




Freitag, 28. Juli 2017

Webfortschritte und Einkaufsreise


Das zweite Stoffstreifengewebe für die kleinen Utensilienbehälter ist fertig.


Es ist aber noch genug Kette und auch ausreichend Platz auf dem Warenbaum vorhanden, um ein oder zwei weitere abzuweben.


Dann geht es ans Nähen. Hier ist das Vorbild für die keinen Stoffkörbe, die ich herstellen will. Gekauft habe ich es in Växjö bei Paperian, einem Laden, in dem Dinge verkauft werden, die von geistig behinderten Menschen unter dem Label Textilgruppen hergestellt werden.


Die Weste auf dem Anne-Webstuhl macht Fortschritte, das erste Knäuel des Schussgarns ist verwebt. Die Kette ist dunkelblaues Alpacka Solo von Järbo, das Schussgarn von Lana Grossa, Magico II Degradé.


Vor einiger Zeit habe ich mit einer Freundin einen Ausflug ins sogenannte Textilreich rund um Borås gemacht.




Dort habe ich mir nochmal sehr feines Garn für ein ähnliches Projekt besorgt. Wieder einfarbiges Alpaca für die Kette und Farbverlaufsgarn für den Schuss.



Natürlich waren wir auch im Garnhust i Kinna, wo ich Teppichkettgarn in einem schönen hellen Beerenton erstanden habe, etwas Baumwollgarn und drei Rollen des neuen dünnen Bomullingarns in der Stärke 33/2. Ich bin gespannt, wie sich das verarbeiten lässt.


In der Teppichfabrik Kasthalls habe ich dieses Mal nur ein paar Musterproben gekauft, die sich gut als Untersetzer nutzen lassen.


Offenbar waren die Bildredakteure der Zeitschrift Lantliv kürzlich auch bei Kasthalls und von den Teppichmustern  angetan, wie diese Seite aus der aktuellen Ausgabe zeigt. 



Freitag, 30. Juni 2017

Webaktivitäten.

Auch wenn ich mich nun lange nicht mehr gemeldet habe, gewebt wurde trotzdem.
Einerseits in der Vävstuga aber auch zu Hause.


Die Kette auf dem Louet-Webstuhl wird bald abgewebt sein.


Auf dem  zweischäftigen Thulin-Webstuhl entstehen Flickengewebe, aus denen ich kleine Utensilienbehälter nähen will.


Einer ist schon fertig und ich konnte mit dem Nächsten beginnen.


Der Rita-Webstuhl wird für ein Schalgewebe vorbereitet.


Es müssen nur noch die Tritte angebunden werden, dann kann es losgehen.


Auf dem  Anne-Webstuhl möchte ich noch einmal einen Stoff für eine Weste weben. Hier ziehe ich gerade die Kettte aus dunkelblauem Wollgarn ein.


Der Bandwebstuhl, den ich vor ein paar Jahren auf dem Loppis gekauft habe, ist zum ersten Mal bestückt. 


Auf dem kleinen Bandwebstuhl, den ich gestern beim Kirchenloppis in Virserum erstanden habe, war noch eine Kette aufgezogen, die ich in Ordnung gebracht habe und nun erst einmal abweben werde.



Dienstag, 16. Mai 2017

Virserums neue Vävstuga



Letztes Jahr hat Virserums Hembygdsförening, der Verein, der das hiesige Museumsdorf betreut, das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik in Virserum übernommen, das eine Zeitlang unter dem Namen Dackestop bekannt war. Nun hat es seinen alten Namen Bolaget wieder und soll Kultur- und  Vereinszentrum werden.



Auf dem Gelände finden sich noch einige Gebäude, die zur Möbelfabrik gehörten. Im Vordergrund sieht man das ehemalige Holz-Trockenlager, in dem Haus im Hintergrund residiert heutzutage das Möbelindustriemuseum.


Links davon liegt ein hübscher Kräutergarten, das Gebäude dahinter beherbergt das Telekommunikationsmuseum und das gewölbte Dach ganz hinten gehört zur Kunsthalle Virserum.


Direkt gegenüber der Kunsthalle liegt das ehemalige Eichenholzlager und in die beiden unteren Stockwerke ist im letzten  Dezember Virserums Vävstuga eingezogen. Diese Räumlichkeiten wurden vor ein paar Jahren noch von der Kunsthalle genutzt und wir profitieren nun von der praktischen Einrichtung.



Direkt am Eingang gibt es eine kleine Theke und dahinter zwei helle Räume, die wir als Büro und Garnlager für die laufenden Projekte nutzen.


Gegenüber der Eingangstür ist eine große Sitzecke entstanden.


Hier finden bei Kaffe und Kuchen Montagabends unsere Besprechungen statt.


Im Raum hinter der Regalwand liegt unsere kleine Küche.


Eingerichtet mit allem, was man so braucht.


Im Untergeschoss haben neun große Webstühle einen neuen Platz gefunden.


Hinten links in der Ecke steht nun unser Damastwebstuhl.


Es ist einfach wunderbar, dass man nun einfach um jeden Webstuhl herumgehen kann, ohne laufend irgendetwas beiseite schieben zu müssen.



Die Gruppe hatte versucht, möglichst viel fertig zu weben, um so den Umzug etwas einfacher zu gestalten, aber etliche Webstühle mussten mit aufgespannter Kette umgezogen werden.



Im Obergeschoss konnten  weitere zwanzig Webstühle untergebracht werden.


Darunter auch ein paar kleinere, wie dieses niedliche Mini-Modell von Glimåkra, auf dem momentan Spültücher gewebt werden.



Auf einer Kette, die uns kürzlich jemand geschenkt hat, entsteht gerade ein Bildgewebe.


Desweiteren gibt es hier oben jetzt einen speziellen Arbeitsplatz zum Schneiden von Stoffstreifen für die beliebten Flickenteppiche.


Hier ein Beispiel in Köperbindung


und ein weiteres in Rosengangbindung.


Der Tisch am anderen Ende des Raums ist für das in Schweden übliche förskedning vorgesehen.


Auch in unserer Vävstuga wird selten mit dem Reedekamm gearbeitet, stattdessen wird die Kette in einen gröberen Kamm eingezogen, bevor sie am Webstuhl aufgebäumt wird.


Hier hinten steht auch der große Schärbaum und an der Wand hängen unsere Webblätter. Das Regal ist mit Restgarnen aus Baumwolle, Cottolin und Leinen gefüllt.


Und in der linken Ecke sind die Woll-Vorräte gelagert.

Es sind tolle Räume in einer schönen Umgebung und es macht wirklich viel Freude hier weben zu können.





Sonntag, 23. April 2017

Webweste aus Strickgarn


Im letzten Dezember habe ich einen bunten Wollstoff aus Strickkgarn in Kette und Schuss gewebt und in einem Post darüber berichtet.


Ursprünglich wollte ich aus dem Stoff eine Weste im Kimonostil nähen, habe mich dann aber für ein noch einfacheres Modell entschieden.


Die Kette bestand aus anthrazitfarbener Strumpfwolle, das einfädige Farbverlaufgarn hatte ich im Schuss, weil mir Längsstreifen für die Weste besser gefielen, habe ich den Stoff in Schussrichtung und ohne Seitennähte verarbeitet. 




Freitag, 14. April 2017

Schalparade

Heute morgen war das Wetter so schön, dass ich meine fertigen Schals im Garten  fotografiert habe.


Zuerst den bunten Wollschal, der auf dem Webrahmen entstanden ist.


Dann die beiden Baumwollschals aus der Väv  2 / 2010. Weil ich beim ersten Schal Abstandshalter über die ganze Webbreite eingelegt hatte, konnte ich das erwünschte Muster nicht erzielen. Est als ich den Tipp bekam, die beiden Garnlager nicht zu separieren gab es den gewünschten Ikat-Effekt.



Mir gefällt aber der Schal mit den einfachen Quadraten auch sehr gut, das Muster ist nicht so raffiniert, wirkt aber wesentlich ruhiger.



Auf dem Göta-Webstuhl entsteht gerade wieder ein neuer Schal aus Baumwollgarn 16/2 in Kette und Schuss, eingezogen habe ich 12 Fäden pro Zentimeter.


Das Farbverfechtungsmuster stammt ursprünglich aus dem 1907 erschienenen Buch, 
Die färbige Gewebemusterung von Franz Donath.


Ich habe in meinem Webprogramm die verschiedenen Kombinationen von Farbverteilung in Kette und Schuss ausprobiert und mich schließlich für die Variante  unten rechts entschieden.


Mit dem recht feinen Garn ist der Farbeffekt nicht besonders deutlich, bei Gelegenheit will ich das Muster noch einmal mit dickerem Garn ausprobieren.



Und bei der neuen Weste habe ich mittlerweile den ersten Peak erreicht.



Ich wünsche allen schöne, frühlingshafte Ostertage!